Zu Besuch bei meinungsmacher.in international

Unsere Jugendredakteurinnen Nushin und Nicole besuchten Ende letzten Jahres das Projekt meinungsmacher.in international und sprachen mit Jugendlichen und Projektverantwortlichen. Im Projekt des djo-Regenbogen Berlin werden Jugendliche zu Motivator.innen für internationales Engagement ausgebildet. Ziel ist es, möglichst vielen Berliner Jugendlichen, die bisher noch keinen Zugang zur internationalen Jugendbegegnungen hatten und selten bis gar nicht ins Ausland reisen, eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen.

Seht selbst, was die Jugendlichen und Projektverantwortlichen über ihre Arbeit berichten und warum es so wichtig ist, allen jungen Menschen die Chancen internationaler Jugendarbeit zu eröffnen.

Das Projekt wird gefördert im Innovationsfonds des Bundesministeriums für Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Das Jugendbarcamp in Halle

von Nushin

Am 16.03.2019 starteten wir früh nach Halle. An diesem und am nächsten Tag sollte nämlich das Barcamp der Projekte der internationalen Jugendarbeit des Innofonds stattfinden. Der Innovationsfonds unterstützt uns von der Jugendredaktion innovativ international und 14 weitere Projekte in ganz Deutschland, die neue Ideen zu Information und Beratung zur internationalen Jugendarbeit entwickeln.

Ein Barcamp unterscheidet sich sehr von bereits im Voraus organisierten Jugendveranstaltungen. In unserem Fall planen alle Jugendlichen vor Ort gemeinsam das Programm und die Umsetzung. Für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer heißt das, mehr Freiheit seine Ideen und Kreativitäten auszuleben und selber zu entscheiden, an welchen Workshops, Sessions und Diskussionsrunden man teilnehmen möchte – oder welche man vielleicht sogar selbst geben möchte.

Beim diesem Barcamp, das als Zwischenauswertung der letzten 2 Jahre gedacht war, trafen sich also verschiedene Jugendliche aus vielen Bundesländern zentral in der Jugendherberge von Halle, um gemeinsam das Thema internationaler Austausch und Begegnung zu bearbeiten. Im Veranstaltungsformat eines Barcamps konnten die Jugendlichen ihre eigenen Erfahrungen Revue passieren lassen und in Austausch treten.

Unser Barcamp behandelte vor allem interessante Themen zum internationalen Jugendaustausch und zu Auslandsaufenthalten durch Projekte und wie man diese Jugendliche in ganz Deutschland näher bringen kann.

Internationales Skatercamp in Chemnitz

Am 11. August 2018 besuchten die jungen Redakteur*innen Felix, Florian, Henry, Julius, Marie von innovativ international das Skatercamp im Alternativen Jugendzentrum Chemnitz (AJZ). Das Skatercamp ist eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes International Scouts Sachsen der AGJF (Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen e.V.) und ermöglichte es Jugendlichen aus Deutschland, Argentinien, Österreich, Spanien und der Tschechischen Republik und in diesem Jahr auch aus Skopje/Mazedonien über zwei Wochen die Kultur und Werte der Skateboard-Community kennenzulernen und zu teilen.

 

Jugendbegegnung in Lissabon mit „Wir weit weg“

Jugendbegegnung in Lissabon mit „Wir weit weg“

Im Rahmen des Erasmus+ Programmes – Projekt „wir weit weg“ organisierten Jugendliche aus Leipzig und Lissabon selbst eine Jugendbegegnung, um mehr über die Europäische Union, gemeinsame Chancen und Perspektiven
und nachhaltige ökologische Themen zu erfahren.

Nach einer intensiven Vorbereitung durch den KVJ e.V. und einem vorausgegangenen Gegenbesuch der portugiesischen Schüler starteten die Leipziger am 21. bis zum 28. Juni der Klassenstufe 10 der Helmholz Oberschule Leipzig mit Ziel “Spin” in Lissabon / Portugal, einem Begegnungszentrum der Jugend. In der Tasche eine Menge Fragen und Wünsche, die Kultur und das Leben von Schülern in Portugal näher kennen zu lernen. Die Kindervereinigung Leipzig e.V. unterstützte dabei. Spin ist eine portugiesisches Pendant, eine Non-Profit-Organisation, deren Hauptziel es ist, den interkulturellen Dialog, Menschenrechte, Chancengleichheit, Solidarität und soziale Eingliederungen zu unterstützen. Meine Kollegin Nushin und ich hatten die Möglichkeit die Jugendlichen aus dem Projekt „wir weit weg” – journalistisch zu begleiten.

In einem Jahr intensiver Vorbereitung hatten die Jugendlichen einen interessanten, spannenden und organisierten Plan entwickelt, um in einer Woche in Lissabon dem Kern ihrer Fragen auf den Grund zu gehen. Melanie aus Leipzig: “Wir haben nicht viel Zeit und wollen die Woche die wir gemeinsam verbringen, intensiv nutzen ,um sie super toll, erlebnisvoll und erholsam zu gestalten,. Außerdem habe ich Lust neue Freundschaften im Ausland zu knüpfen, schließlich ist das auch einer der Gründe, warum wir hier sind.”

An sich ist Lissabon nur wenige Flugstunden entfernt und von Leipzig nicht schlechter zu erreichen als eine Stadt in Deutschland. Dank der schnellen und guten Verkehrsverbindungen schrumpfte der Weg zu einer  Art “Nachbarschaftsbesuch”. In Lissabon angekommen, erwartete uns eine wunderhübsche Hauptstadt mit excellentem ÖPNV System, vernünftigen Apps und einer schicken U-Bahn. Nach der Fahrt durch den quirligen großstadtüblichen Verkehr wurden wir sehr herzlich von den portugiesischen Schülern empfangen und das Eis war sofort gebrochen.

Eine Arbeitswoche voller Workshops, spannender Momente und Spaß.

Im Mittelpunkt standen das gegenseitige Interesse an kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Schnell stellte sich heraus, das abgesehen von der Sprache und der Küche, historischer Entwicklungen wir in unseren Wünschen nach Frieden, beruflicher und schulischer Perspektive, als auch die Trends die Jugendliche in unserem Alter bewegen, sehr ähnlich sind.

Die gemischte Gruppenarbeit, thematische Ausflüge zwangen zur Überwindung kommunikativer Hürden und Nutzung von allen nur erdenklichen Hilfsmitteln. Interkulturelle und internationale Teamarbeit ist anspruchsvoll, doch die Ergebnisse
konnten sich blicken lassen. Sowohl ein jeweiliger Kulturabend des Gastlandes, als auch der Heimat der Besucher vermittelten tiefe Einblicke und Verständnis der dortigen Lebensfreude. Zitat: “Es hat uns so viel Spaß gemacht zu der portugiesischen Musik zu Tanzen, wir wollten garnicht aufhören.”

Zu den Workshops um die Themen Ernährung, ökologischer Energieerzeugung und Europa, gab es auch eine Stadtrallye zu Erkundung der Seefahrernation Portugal, der prunkvollen Altstadt – z.B. das Alfama- und der modernen Bauten
der Hauptstadt von der Expo, auf die man zurecht Stolz sein kann. Den Einfluss der portugiesisch sprechenden Hemisphere (Brasilien, Teile Afrikas etc.) ist in der offenen und multikulturellen Gesellschaft zu spüren. Da gemeinsam gekocht wurde, abwechselnd deutsch oder portugiesisch, kamen die deutschen Teilnehmer auch auf den Geschmack der gesunden
fisch- und gewürzreichen Küche, der iberischen Halbinsel.

Moderne Themen wie Nachhaltigkeit – in einem Up-Cycling Projekt -, wie auch Cybermobbing und die Selbstachtung waren Inhalte der Workshops. Wie wehrt man sich gegen Form der Ausgrenzung, sei es sozial oder ethnisch, und wirkt regional-populistischen Strömungen in Europa entgegen? Der Abschied fiel schwer, vieles konnte aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden und hatte Einfluss auf das künftige (Er)Leben.

Am 13. August 2018 besuchte ich die Schüler der Helmholz OS in Leipzig im Rahmen Ihres regulären Unterrichts, um mehr über die bleibenden Erfahrungen und der Verarbeitung der zahlreichen Eindrücke zu erfahren. Neben vielen Fotos und positiven Erinnerungen, die mitgenommen wurden, ist das Gefühl in einem gemeinsamen “europäischen Haus” zu wohnen, ohne Grenzen mit zahlreichen Perspektiven für die Jugend auch über den jeweiligen Tellerrand hinausblickend, wohl der grösste zu spürende Effekt. Die Stärke Europas liegt in der Vielfalt seiner zahlreichen Kulturen und der jeweiligen Eigenschaften. Freundschaften wurden geschlossen und auch Sorgen und Ängste miteinander geteilt. Vielen blieb die Erinnerung der Begegnung mit dem portugiesischen Sportler “Jorge Pina” und seiner Lebensgeschichte im Herzen. Den Jugendlichen wurde bewusst, dass sie ihr Ziel erreichen können egal wie schwer es ist oder wie viele Hindernisse es gibt, es zeigte aber auch deutlich, dass die Bekämpfung der Defizite, wie sozialer Armut und Jugendarbeitslosigkeit eines der Hauptthemen der europäischen Politik sein muss. Alle sind gespannt auf den Brief, der im Rahmen des Workshops an sich selbst zu schreiben war und erst nach 6 Monaten wieder ausgehändigt wird, was die formulierten Wünsche für unsere Zukunft und die Gedanken während der Jugendbegegnung angeht.

Im April wird der Gegenbesuch der portugiesischen Schüler oder sagen wir besser unserer “Nachbarn” mit einem ebenso spannenden Programm in Leipzig erwartet. Viel Freude bei der Videodoku, die wir in Bild und Ton festgehalten haben und Euch Einblicke in die Workshops, Emotionen der Teilnehmer*innen geben soll und Euch hoffentlich zu eigenen Begegnungsprojekten animieren wird.

 

Nicole für innovativ international

“Wir weit weg” in Lissabon

Deutsch-Portugisische Jugendbegegnung in Lissabon vom 21.-28.06.2018

Im Projekt “Wir weit weg” der Kindervereinigung Leipzig e.V. haben Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung von Coaches ihre eigene internationale Jugendbegegnung geplant, organisiert und durchgeführt.

Die Schüler*innen der 8. und 9. Klasse der Leipziger Helmholtz-Oberschule trafen sich in Lissabon vom 21. bis 28. Juni mit portugisischen Jugendlichen aus dem Jugendclub Bola p’ra Frente, die von der Partnerorganisation Associação Spin unterstützt wurden.

Unsere Jugendredakteurinnen Nicole und Nushin dürften die Gruppe über 1 Woche begleiten und haben ihre Eindrücke in einem Videobeitrag verarbeitet…

Fernwehlots*innen-Schulung am Tor zur Welt

von Lisa L. und Moritz B.

Bunt, laut und viel Wasser – das waren unsere ersten Eindrücke von Hamburg, als Moritz und ich endlich ankamen. Schon bei dem Redaktionsworkshop in Berlin vor einigen Monaten war uns klar, dass wir beide unbedingt nach Hamburg fahren wollen, weil das Projekt, über das wir berichten sollen, interessant klang und uns dazu noch die Möglichkeit gegeben wurde, diese tolle Stadt zu besuchen. Da wir aus dem Süden aus Oberbayern kommen, ist es schon etwas Besonderes, den Norden Deutschlands kennenzulernen. Und wir beide sind uns sicher, dass der Aufenthalt sich definitiv gelohnt hat und auch den Aufwand unserer Reise wert war. Um möglichst viel Zeit in Hamburg verbringen zu können, sind wir nämlich schon um vier Uhr morgens in München in den Zug gestiegen, dafür aber auch schon am frühen Mittag in Hamburg angekommen.

Die jungen Journalist*innen Lisa und Moritz in Hamburg
Die jungen Journalist*innen Lisa und Moritz in Hamburg

Dadurch hatten Moritz und ich dann die Möglichkeit, mit einem Schiff auf der Elbe zu fahren und dabei die Sonne zu genießen, die schöne Speicherstadt mit dem eindrucksvollen Gebäude der Elbphilharmonie zu sehen und einfach die fröhliche Stimmung in Hamburg an einem warmen Frühlingstag zu erleben. Gegen Ende des Tages haben wir dann in unserem Hotel eingecheckt, wo wir dann auch Robert, unseren „journalistischen Betreuer“, getroffen haben. Da unser Hotel direkt auf der Reeperbahn lag, dem Rotlichtviertel Hamburgs, haben wir auch die Partyszene und auch diese besondere Stimmung mitbekommen, was ein Erlebnis für sich war und definitiv beeindruckend.

 


Moritz hat sich mit den Fernwehlots*innen und ihren Trainerinnen unterhalten und Einiges dabei herausgefunden…


 

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen sind wir drei dann nach Altona gefahren, wo wir in einer eher ruhigen Seitenstraße das bunte und sehr freundliche Schaufenster fanden In diesen Räumen fand dann auch die Fernwehlots*innen-Schulung des Aktuellen Forums statt, über den wir berichten wollten. Wir wurden von zwei sehr sympathischen jungen Frauen von der „european play work association“ (e.p.a.) begrüßt. Die e.p.a. ist ein weltweit agierendes Netzwerk, das mit 40 verschiedenen Partnerorganisationen und eben auch dem „Aktuellen Forum“ zusammenarbeitet, um Jugendliche über Auslandsaufenthalte zu beraten.

Die freundliche Gestaltung des Schaufensters zog sich auch durch das gesamte Büro. Man fühlte sich sofort wohl, da alles sehr einladend und herzlich auf mich wirkte. Quer durch die Zimmer hingen bunte Girlanden, Regenborgenmotive, Stifte in allen Farben, Motivationssprüche und farbenfrohe Bilder und Plakate. Es war also deutlich erkennbar, dass die, die dort arbeiten, Spaß an ihrer Arbeit haben und es genießen, sich dort aufzuhalten. Die gleiche Leidenschaft, die sie in die Dekoration ihrer Büroräume stecken, spiegelt sich auch in den Projekten, die sie organisieren, wider.

Lisa und Moritz in den Workshopräumen von e.p.a.
Lisa und Moritz in den Workshopräumen von e.p.a.

Ungefähr 12 Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren haben an diesem Tag an der Fernwehlots*innen-Schulung teilgenommen. Moritz und ich durften sie einen Tag lang begleiten und uns ein Bild davon verschaffen, was Fernwehlots*innen überhaupt sind. Da der erste Teil der Schulung schon am Vortag stattgefunden hatte, besaßen die Teilnehmerinnen also schon einmal einen ganz guten Überblick über das Thema Auslandsaufenthalt. Hier war Organisatorisches geklärt worden, die Programmarten für Auslandsaufenthalte und sie führten sogar schon Interviews mit jungen Freiwilligen, die zum Beispiel gerade in Ghana sind. Dadurch kannten sich alle schon ein bisschen und es war eine sehr angenehme und entspannte Atmosphäre.

Ein Programmpunkt für diesen Tag war z.B. die Vorstellung der Webseite rausvonzuhaus.de, auf der man einen Überblick über alle möglichen Auslandsaufenthalte findet, egal ob ein Au-Pair-Jahr, Schüleraustausch, Freiwilligendienst oder Work and Travel. Zusätzlich erhält man dort auch noch Tipps, zum Beispiel was man für den jeweiligen Aufenthalt einpacken sollte oder was es für Regelungen bezüglich Visum gibt.

Danach wurden die Mädchen auf ihre Aufgabe als Fernwehlotsinnen vorbereitet. Fernwehlotsinnen sollten an ihren Schulen  Ansprechpartner*innen für andere Schüler*innen sein, wenn diese überlegen, ins Ausland zu gehen. Die Fernwehlotsinnen sollen nicht dabei helfen, diese Reise vorzubereiten und zu organisieren, aber sie können anderen Schüler*innen Mut machen und sie motivieren, inspirieren und informieren. Sie können ihnen Tipps geben, wo sie weitere wichtige Infos bekommen, also zum Beispiel auf der Webseite rausvonzuhaus.de oder im Büro von e.p.a. , wo die Schulung auch stattfand. Die angehenden Fernwehlotsinnen wurden dann kreativ und entwarfen eigene Plakate, die sie in ihrer Schule aushängen wollten, worauf sie sich selbst kurz vorstellen und erklären, wo und wie andere Schüler mit ihnen in Kontakt treten können, falls sie Fragen zu Auslandsaufenthalten haben. Sie können auch Vorträge über Auslandsaufenthalte zu halten oder einen Infostand an ihrer Schule organisieren.

Obwohl Moritz und ich nicht einmal die ganze Schulung miterlebt haben, haben wir trotzdem schon Lust bekommen, selbst an einem Auslandsprojekt teilzunehmen. Naja, in einem Jahr sind wir mit der Schule fertig und dann stehen uns erst einmal alle Türen offen. Also, mal schauen, was sich dann ermöglichen lässt!

Wir sind Europa. Die Jugendredaktion zu Besuch beim Junior Team

„Wir sind Europa“ wird von der VILLA Leipzig und dem Europa-Haus Leipzig e.V. gemeinsam realisiert. Kern des Projekts sind interaktive Workshops zum Thema „Europa und grenzüberschreitender Mobilität“. Diese Workshops werden von jungen Teamer*innen an Schulen durchgeführt, die im Rahmen der Junior Teamer Weiterbildungen geschult werden. Der Austausch mit anderen Jugendlichen – mit und ohne Auslandserfahrung – steht dabei immer im Mittelpunkt.

Im Gespräch mit Leon (Junior Teamer) und Agne (Europäische Freiwillige), das die Jugendredaktion im Rahmen einer Junior Teamer*innen Weiterbildung geführt hat, könnt ihr erfahren, was die beiden dazu bewegt, beim Projekt mitzumachen. Sie sprechen ebenfalls darüber, welche EU-Themen sie beschäftigen, welche Fragen sie sich stellen und wie sie die Teilnahme am „Wir sind Europa“-Projekt geprägt hat.

Jugendredaktion online – Interview mit den International Scouts

Die Jugendredaktion innovativ international setzt sich aus jungen Journalist*innen aus ganz Deutschland zusammen und ist entsprechend in der ganzen Bundesrepublik und darüber hinaus unterwegs. Je nachdem, wo eine Projekt der internationalen Jugendarbeit des Innovationsfonds des BMFSFJ gerade aktiv ist, dort sind auch wir und berichten über die Erfahrungen, Herausforderungen und Ziele in Projekten der internationalen Jugendarbeit.

Leider können wir nicht immer überall sein, aber junger und zeitgemäßer Journalismus funktioniert eben auch online… So etwa bei unserem Redaktions-Workshop in Berlin, den wir gleich als Gelegenheit nutzten, die neuen Interviewskills zum Einsatz zu bringen. Die Redaktionsmitglieder Moritz und Lisa interviewten hier den Projektverantwortlichen der International Scouts Sachsen Martin Schmidt von der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen e.V. über eine Videokonferenz oder Liveschalte wie man früher sagte.

Was Lisa und Moritz interessiert und was Martin zu berichten hat, findet ihr hier im Video-Beitrag.

 

Jugendredaktion auf dem Marktplatz von Brüssel

Jugendkonferenz „Pimp my Europe“

von Nushin Mashal

Junge Interessierte setzen sich auf belgischem Boden für mehr Mitspracherecht in der Politik ein – Eine Jugendkonferenz mit Zukunft im Rahmen des Projekts „ewoca – young perspectives“

Vom 27. bis zum 29. März 2018 hatten mein Kollege Janik und ich die Möglichkeit nach Brüssel zu fliegen und die Jugendkonferenz “Pimp my Europe – Level Up” journalistisch zu begleiten. Wir haben fleißige, politikbegeisterte Jugendliche aus Europa kennengelernt, die durch eine lange Zusammenarbeit einen engen Zusammenhalt aufgebaut haben. Sie teilten mit uns ihr Wissen und ihre Impulse über den politischen Stand in Europa. Mit viel Elan stellten sie uns und einigen Politikern aus ganz Europa ihre Sicht auf wichtige Maßnahmen für die Zukunft vor. Abgesehen davon hatten wir das Vergnügen, die Jugendlichen als Personen kennenzulernen, die sich für das Reisen faszinieren und Menschen ohne Vorurteile in jeder Hinsicht akzeptieren, unabhängig von Herkunft und Wohlstand.

Die Intention, die hinter der Konferenz stand, lag in der Motivierung der Jugendlichen, sich politisch zu engagieren und das mit anderen internationalen Jugendlichen aus Ungarn, Italien und Deutschland teilen zu können. Um uns anzusehen, wie das funktionieren kann haben wir uns auf den Weg nach Belgien gemacht …

Der erste Tag bestand darin, dass wir in der Jugendherberge ankamen und uns erklärt wurde, wie der Ablauf der nächsten Tage sein wird. Am gleichen Tag fand die Generalprobe der Jugendkonferenz mit den circa 50 Jugendlichen statt. Die Vorbereitungen dauerten bis spät in die Nacht, alle arbeiteten konzentriert und motiviert.

Als wir im Publikum saßen wurde uns näher gebracht, was sich hinter “Pimp my Europe – Level Up” verbirgt. “Pimp my Europe” wurde vor circa vier Jahren gegründet und hat das Ziel, dass sich politisch interessierte Jugendliche aus Europa mit Politikern der EU austauschen können. Abgesehen davon ermöglicht Pimp my Europe Jugendlichen, die sonst nicht die Möglichkeit dazu hätten, andere Länder zu bereisen und in Kontakt mit internationalen Jugendlichen zu kommen. Es gab bereits Ende 2017 eine größere Veranstaltung in Rom in Italien, bei der sich die 50 Teilnehmer*innen bereits inhaltlich auf die Jugendkonferenz vorbereiteten. Für die zweite Runde arbeiteten die Jugendlichen im Alter von 18 bis 30 Jahren ehrenamtlich seit mehreren Monaten daran, Ideen und Lösungen zu entwickeln, um bei Problemthemen, welche von den europäischen Politikern in den Abgeordnetenhäusern besprochen werden, mitzuwirken. Dafür trafen sich die Teilnehmer*innen mit mehreren Mitgliedern des Europäischen Parlaments auf der selbstorganisierten Konferenz in der Jugendherberge in Brüssel.

Jugendliche in der Vorbereitung auf die Diskussion mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments

Ein Saal wurde kurzerhand zum Konferenzraum umgebaut, in dem die fünf Gruppen mit jeweils 3-5 Jugendlichen mit den Politikern zu einem der folgenden Themen am nächsten Tag diskutieren sollten: Umwelt, Bildung, Europäische Projekte, Krieg und Frieden und Arbeit bzw. Arbeitslosigkeit.Diese Themen wurden von den Jugendlichen ausgewählt, da sie aktuelle Gesprächspunkte im Europäischen Parlament sind. Die Jugendlichen hatten im Vorfeld nach monatelanger Vorbereitungszeit Reden entwickelt, die zur Diskussion anregen sollten. Die erfolgreiche Generalprobe ging am Abend zu Ende. Wir ließen den Tag mit einem Abendessen ausklingen und ruhten uns aus, um gestärkt den nächsten Morgen antreten zu können.

Dann kam der Tag, auf den alle Teilnehmer*innen und die Betreuer*innen lange hingefiebert hatten. Hinter den Kulissen gab es viel Druck, Stress und manche Dinge, die nicht so liefen, wie sie ursprünglich geplant waren. Flexibilität und Spontanität waren bei der Durchführung der Konferenz notwendig, weil jeder irgendwo unerwartet einspringen musste. Dazu kamen öfter technische Schwierigkeiten, welche im Weg standen und um die man sich kümmern musste. “Teamwork” stand bei der Gruppe von Pimp my Europe groß an erster Stelle. Doch trotz der Hindernisse und der knappen Zeit konnte die Konferenz rechtzeitig beginnen und verlief erfolgreich.

Eingeladen waren sogenannte MEPs (Members of European Parliament). Drei der geladenen Europaabgeordneten waren Tiemo Wölken (SPD), Dennis Radtke (CDU) und Jens Geier (SPD). Tiemo Wölken und Jens Geier gehören im Europaparlament der S&D-Fraktion an, Dennis Radtke der Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten). Nach der Begrüßung und dem Vorprogramm fand sich jede Gruppe mit einem Politiker zusammen, sodass die Diskussionsrunde beginnen konnte.

Jedem Politiker wurde eines der Themen vorgestellt und die damit verbundenen Probleme. Daraufhin wurden Vorschläge gemacht und darüber diskutiert was Europa besser machen kann, um schneller Lösungen zu finden. Besonders beeindruckend war beispielsweise die Argumentation in der Gruppe “Bildung”. Die Jugendlichen trafen die Aussage, dass die Schulsysteme in vielen europäischen Ländern Verbesserungspotenzial hätten. Finnland hätte laut Statistiken das beste Bildungssystem der Welt und ein Vorschlag war, dass sich die EU darauf fixieren sollte, herauszufinden, was Finnland anders macht als die restlichen Länder und weshalb die Schüler*innen dort unter weniger Stress und mit mehr Motivation lernen. Es mache Sinn, die erfolgreichen Komponenten des Schulsystems zu übernehmen und weiterzuentwickeln. Unabhängig davon haben wir Gespräche darüber mitbekommen, dass man bei der Herstellung von Kleidung stärker auf die Umwelt achten sollte und versuchen sollte, Wege zu finden, um abgenutzte Kleidung wiederzuverwenden und nicht wegzuwerfen. Insgesamt waren die Lösungswege realistisch und durchdacht gewählt und wir bekamen den Eindruck, als könnten sie wirklich eines Tages umgesetzt werden. Denselben EIndruck bekamen wir von den Politikern, welche offen und interessiert den Jugendlichen lauschten und ihnen bei Fragen zur Verfügung standen. Die Politiker schienen beeindruckt von dem Engagement, welche die jungen Teilnehmer*innen hatten – besonders, da aktuell so oft von einer Politikmüdigkeit der jungen Generation gesprochen wird.

Nachdem die Jugendkonferenz zu Ende war, ging es zurück nach Deutschland. Es war eine aufregende Reise, die sehr interessant und lehrhaft war. Eine Jugendkonferenz hatten wir in dieser Hinsicht noch nie erlebt, deshalb war es eine einmalige Erfahrung, dabei gewesen zu sein. Es kann gesagt werden, dass “Pimp my Europe” ein gelungenes Projekt ist, das dabei hilft, dass Politiker zuhören was die jungen Menschen über politische Themen zu sagen haben.

Vielleicht besteht sogar die Möglichkeit, dass die Politiker einige der Ideen der Jugendlichen in ihren anstehenden politischen Entscheidungen berücksichtigen. Viele kleine Veränderungen können erst etwas Großes in der Welt ändern. Da die Jugendlichen von heute die Zukunft von morgen sind, ist das meiner Meinung nach ein sinnvoller Weg.

Im Video könnt ihr euch von der Konferenz, den Teilnehmer*innen und Politikern einen eigenen Eindruck verschaffen. Schaut selbst und entscheidet, ob die Dinge und die Themen, die die Jugendlichen mit den Politikern diskutieren, etwas inspiriert haben könnten.

ewoca pimpt Europa

ein Videobeitrag von Janik Hölzer und Nushin Mashal

Im Rahmen des Projekts „ewoca – young perspectives“ trafen sich junge Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern im politischen und geographischen Herzen Europas in Brüssel. Vom 24. bis zum 29. März 2018 bei “Pimp my Europe – Level Up” bereiteten die Jugendlichen sich thematisch auf die Diskussionen mit Abgeordneten, also Mitgliedern des Europäischen Parlamentes (MEP) vor. Sie diskutierten vor Ort ihr Hoffnungen und Vorschläge zu den Bereichen Umwelt, Bildung, Europäische Projekte, Krieg und Frieden und Arbeit bzw. Arbeitslosigkeit. Janik Hölzer und Nushin Mashal von der Jugendredaktion innovativ international haben die Konferenz vor Ort besucht und diesen Beitrag produziert.