Mit innovativen Ideen in eine jugendgerechtere Zukunft

In Bonn kamen im Juni 2017 die im Innovationsfonds für Internationale Jugendarbeit zuständigen Projekte zusammen, um sich über ihre Ziele auszutauschen und Ideen zu informieren. Ziel war dabei natürlich, auch die eigenen Projekte weiter zu gestalten, indem man bisher gemachte Erfahrungen miteinander teilt. Aber nicht nur für die Organisatoren, sondern auch für uns, die Jugendredaktion, war es eine gute Gelegenheit in der neuen Förderphase einander kennenzulernen. Für euch haben wir Impressionen gesammelt und eine kurze Vorstellung der Projekte als Videobeitrag fertiggestellt.

Redaktionsworkshop in Berlin vom 9. bis 11. März

Redaktionsworkshop in Berlin vom 9. bis 11. März

Wir suchen junge Leute mit Lust auf Online-Journalismus und Medienarbeit für unseren Redaktions-Workshop vom 9. bis 11. März im WannseeForum Berlin!

Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Berichte klar – und sie werden es verstehen. Arbeite bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.” (nach Joseph Pulitzer)

Genau das will die Jugendredaktion innovativ international: Wie lässt sich kurz, klar und bildhaft über 14 spannende Projekte der internationalen Jugendarbeit berichten? Und wer wäre dafür besser geeignet als die, um die es geht? Um das hinzubekommen, brauchen junge Leute etwas journalistisches Handwerkszeug und hier kommen wir und du ins Spiel. Damit wollen wir dich in unserem Workshop ausrüsten!

Wann? Wo? Wer?

Der kostenlose Workshop findet vom 9. bis 11. März im WannseeForum in Berlin statt (Anreise Fr. ab ca. 16 Uhr, Abreise So. ca. 14 Uhr). Für alle Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren aus ganz Deutschland, die Lust auf neue Formen von Journalismus haben.

Was erwartet dich?

Wir machen dich und andere Jugendliche fit für die journalistische Begleitung von 14 internationalen Projekten. Du erhältst Hintergrundwissen zu internationaler Jugendarbeit und wirst selbst journalistisch arbeiten. Wie mache ich einen Redaktionsplan? Was sind Online-Formate? Was ist guter Journalismus? Wie stelle ich Interviewfragen? Wie funktioniert 360°-Video, Social-Media-Scrollytelling oder WordPress? Und wir haben die Chance, praktisch zu werden und ein Projekt vorzustellen! So landet der erste Bericht gleich auf unserem Blog innovativ international!

Anmeldung

Anmelden kannst du dich bis zum 23. Februar online! Wir freuen uns auf dich!

 


 

Was ist innovativ international?

Die Jugendredaktion innovativ international begleitet journalistisch 14 Projekte der internationalen Jugendarbeit und -politik, die im Rahmen des “Innovationsfonds” von 2017 bis 2019 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert werden.

Die Projekte  des Innofonds im Bereich internationale Jugendarbeit sind über ganz Deutschland verstreut, von Berlin über Leipzig bis nach München. Um eine gute Berichterstattung über diese Projekte zu ermöglichen, braucht es darum jugendliche Redakteure vor Ort, die Interesse am journalistischen Arbeiten haben und gern verschiedene internationale Projekte kennenlernen wollen.

Was ist eigentlich eigenständige Jugendpolitik?

Im November 2017 starteten Akteur*innen der eigenständigen Jugendpolitik ein neue Projektlaufzeit. Die Auftaktveranstaltung des Innovationsfonds „Starke Jugend – starke Gesellschaft“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) lud am 30.12.2017 in Berlin zum gegenseitigen Austausch ein.

Alte und neue Projektgesichter sprachen über Chancen, aber auch über bestehende Hürden eigenständiger Jugendpolitik. Allen gemeinsam ist das Förderprogramm: Die sozialen, politischen und kulturellen Initiativen und Projekte rund um Jugendarbeit und -politik werden vom Innovationsfonds getragen. Ziel des Innovationsfonds ist die politisch-soziokulturelle Förderung Jugendlicher und junger Erwachsener innerhalb nicht-formaler Bildungsangebote.

Im folgenden Video erklären Aktive, was eigenständige Jugendpolitik sein sollte und was sie braucht. Schaut selbst…

Engagierte Jugend + eigenständige Infrastrukturen/Rahmen = gesellschaftliche Relevanz, da gesellschaftliche Teilhabe mit freien Entfaltungsräumen.

Was meint ihr? Diskutiert mit!

Austausch Israel – Buxtehude: Spaß und Kultur

Ein Austausch ermöglicht den Teilnehmenden zwei neue Perspektiven: Einerseits lernt man seine Heimat neu kennen, andererseits erlebt man ein neues Land. So auch bei der Delegation des Stadtjugendringes Buxtehude e.V., welcher die TeilnehmerInnen vom 13.07. bis 27.07. je eine Woche durch Israel und Deutschland führte. Während dieser Zeit wurden aus fremden Personen zweier völlig unterschiedlicher Länder Freunde. Vorurteile wurden abgebaut, während die Jugendlichen ihre Zeit in den Familien der jeweiligen Austauschpartner verbrachten. Dort lernten sie ein Leben kennen, dass dem Gewohnten in unerwartet vielen Punkten ähnelte.

Gruppenbild Jerusalem

Zu dem einzigartigen Erlebnis trug auch das abwechslungsreiche Programm bei. Egal ob Tel Aviv oder Jerusalem erkundet, im Toten Meer gebadet oder die Schultern unter der erdrückenden Last der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem schwer wurden – Israel hat eine unglaubliche Vielfalt an Kultur zu bieten. Die Jahrtausende zurückreichende Geschichte, die an vielen Orten fast greifbar nahe ist, die Mischung vieler Kulturen und die weltoffenen Bewohner lassen die Vielfalt dieses Landes in einer Woche nur erahnen.

Doch auch in Deutschland waren die Erlebnisse vielfältig. So wurde z. B. die Gedenkstätte Bergen-Belsen besucht, eine Schnitzeljagd durch Buxtehude veranstaltet, die Elbphilharmonie besucht und im Hochseilgarten manche Angst überwunden.Wattwanderung

Am Ende fiel allen der Abschied sichtlich schwer. Die neuen Freundschaften und die gemeinsame Zeit haben zusammengeschweißt. Vielen Dank an alle, die dieses einzigartige Erlebnis möglich gemacht haben!

Auftakt Innovationsfondsprojekte – Es geht wieder los!

Als Jugendlicher bzw. junger Erwachsener ins Ausland? Bin dabei! Nur wie?

Wir haben in Bonn am 01.06. das erste Treffen der 14 Projekte, die vom Innovationsfond für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik gefördert werden, besucht. Dabei hatten zwar einige das gleiche Thema, aber alle unterschiedliche Ansätze. Während das eine Projekt Schüler-Firmen mit internationalen Partnern aufbauen lässt, ermöglicht ein anderes, Israel und Buxtehude kennenzulernen.

Auftakt_projekt-ag

Die deutliche Mehrheit der Projekte kümmert sich aber darum, die Möglichkeiten bekannter zu machen, die wir als Jugendliche/junge Erwachsene haben, um ins Ausland zu gehen: Sei es durch ein Schneeball-Prinzip durch “Jugendbotschafter”, durch persönliche Werbung an Schulen, durch Social-Media-Kampagnen oder durch Internetseiten, auf denen man alle Projekte einfach finden kann. Eine sehr gute und meiner Meinung nach längst fällige Aktion. Wir Jugendreporter haben von den Projekten (die alle wirklich sehr gut sind!) erst durch unsere Teilnahme in Bonn erfahren und ich bin mir sicher, wir sind damit nicht allein.

Auftakt_interview

Deswegen haben wir uns auch (fast) alle Projekte vorgenommen und sie zu Wort kommen lassen. Die Kurzinterviews stellen wir bald auf YouTube und unserer Seite zur Verfügung, um euch eine bessere Übersicht zu geben, was alles möglich ist.

Apropos Übersicht: Wir haben fleißig Fotos gemacht, unter anderem mit einer 360°-Kamera. Mal schauen was daraus wird, spannend sehen die Bilder allemal aus. Wir werden sicher demnächst das eine oder andere Bild auf Facebook hochladen 😉

Die nächsten Monate wird also wahrscheinlich wieder einiges an Content kommen.

Stay tuned!

Abschluß-Barcamp in Berlin vom 30.9 bis 2.10.2016

Im Zeitraum vom 30. September bis 2. Oktober hat die Jugendredaktion „innovativ international“ zu einem gemeinsamen Abschlusstreffen eingeladen. 40 Jugendliche aus Deutschland, Rumänien und aus dem Kossovo kamen im schönen Berlin zusammen. Mit dabei waren Jugendliche aus den geförderten Innovationsfond-Projekten, Mitglieder der Jugendredaktion „innovativ international“ und Jugendliche, die sich einfach für Medienarbeit und Interantionale Jugendarbeit interessieren. Organisiert wurde die Veranstaltung von mediale pfade.de in Kooperation mit der  IJAB (Fachstelle für Internationale Jugendarbeit des Bundesrepublik Deutschland e.V.)

An dem Wochenende haben wir uns über die Projekte ausgetauscht, über die Anerkennung der internationalen Jugendarbeit diskutiert und allerlei praktische Medienarbeit kennen gelernt. So gab es z.B. Workshops, um Live-Streamingtechniken im Video- oder Audio-Format kennenzulernen und der Blogger und YouTuber Jan Karres hat einen Workshop zu „YouTube“ angeboten.  Hier der Vlog des Workshop-Tages von Jan Karres:

Am letzten Tag haben die Jugendlichen ihre Ergebnisse der Workshops präsentiert. Zu Gast waren Herr Albert Klein-Reinhardt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Herr Nils Rusche von der Koordinierungsstelle „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft” Nils Rusche. Hier ein Auschnitt der Präsentation:

Christian Herrmann (IJAB) hat in dem Artikel „JugendBarcamp: Internationale Jugendarbeit braucht Sichtbarkeit und Wertschätzung“ das Wochenende zusammgefasst.

Lustige Pics vom Wochenende könnte ihr auch bei Twitter und Instagram #innovativinternational sehen.

Zusammen kommen wir weiter – Abenteuer auf der Thor Heyerdahl

Einmal wie ein Pirat über die Meere segeln, wer träumt nicht davon? Für die deutsch-polnischen Schüler*innen des Projekts „Wir sind eine Crew – Zusammen kommen wir weiter“ wurde dieser Traum Wirklichkeit. Für sechs Tage segelten sie zusammen mit einem erfahrenen Team auf dem Segelschiff Thor Heyerdahl von Kiel Richtung Dänemark.

Wir waren dabei – seht selbst:

Lennart, ein Teilnehmer des Trips, erzählt auf dem Jugeninfoportal „jup! Berlin“ von seinen einzigartigen Erfahrungen in Form eines Logbuchs.


Wenn Freundschaft durch den Magen geht: spécialités à la cuisine franco-allemand

Wenn Freundschaft durch den Magen geht: spécialités à la cuisine franco-allemand

Was haben Gelassenheit, süß duftende Luft und Mehl gemeinsam? Richtig, sie beschreiben den ersten Eindruck, den ich, zusammen mit meinem Fotograf Nicolas Schaelicke, erhalten habe. Während ich die übriggebliebenen Französischkenntnisse aus der verstrichenen Schulzeit zusammenklaubte, beendeten, die Teilnehmenden des Bäcker- und Konditorenaustausches, ihre Kreationen. Was dabei herauskam und welche Rolle dabei die Liebe gespielt hat, das wurde auf der Internationalen Grünen Woche, am Samstag, den 16. Januar 2016, in Berlin präsentiert.

Wem Bäcker- und Konditorenaustausch kein Begriff ist, dem helfe ich nun auf die Spur. Das besagte Austauschprogramm erfolgt auf eine Initiative des Centre Français de Berlin und der Handwerkskammer Berlin in Zusammenarbeit mit den Berliner Bäckerei- und KonditorenInnen sowie der Pariser Fachschule Campus93. Gefördert wird das Prjokt vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, Land Berlin und dem Innovationsfond des BMFSFJ.
In zwei Begegnungen von je einer Woche entwickelten die Lehrlinge aus Paris und Berlin insgesamt zehn neue Kreationen. Jeweils fünf Bäckerei-Produkte und fünf weitere Konditoren-Produkte. Die Namen der Produkte wiesen eine breite Palette an Kreativität auf, die sich ebenfalls in den erlesenen und durchaus unterschiedlichen Geschmacksrichtungen vorfinden ließ. So starrte ich schon gierig, der Speichel füllte meine Mundwinkel, auf die „Geschmacksexplosion“ oder auf die „Staatensonne“, während Moderator Marco Seiffert fröhlich die Fachjury vorstellte: Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, Dr. Markus Ingenlath, Generalsekretär des Deutsch-Französischen-Jugendwerks (DFJW), Gabriele Kockrow, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Abteilung III, Jugend und Familie, Landesjugendring, Joachim Soltmann, Obermeister der KonditorInnen Berlin, Konditormeister & Inhaber Café „Lebensart“ und Holger Schüren, erster Brandenburger Brot-Sommelier, Bäckermeister & Inhaber „Ihre kleine Backstube“, durften zuerst an den „Speck“ ran.
Zur Bewertung der Kreationen kann ich kaum etwas ergänzen, außer, dass das Publikum, welches geduldig mit mir wartete, ebenfalls zum Genießen und Schmatzen eingeladen wurde. ALLE entwickelten Produkte wurden an die Zuhörer, in mundgerechten Häppchen, serviert. Wer immer noch nicht der Liebe auf dem ersten Blick traut, der hat noch nie die „Liebe liegt auf dem Feld“ probiert – einen romantisch, mit Kuhflecken übersäten Hügel auf einer ebenfalls essbaren grünen Wiese. Ja, so etwas gibt es nun, dank der fleißigen Bäcker- und Konditorenauszubildenen aus Paris und Berlin.

„Verlierer sind hier sowieso nicht dabei!“ – J. Soltmann (Oberbäckermeister)

Trotzdem verlangte die Präsentation auf der IGW nach zwei Gewinner-Teams, das waren dann, auf der Bäckerei-Seite, „Feullieté Brioche à la pistache“ (Plunderbrioche mit Pistazien) und, auf der Konditoren-Seite, „Explosion de sauvers“ (Geschmacksexplosion).

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Bild 2 & 4 (von links oben, im Uhrzeigersinn) zeigen die Gewinnerbeiträge.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir wünschen, dass diese herrlichen Köstlichkeiten Einzug halten, in unsere hiesigen Backstuben. Schließlich bewiesen die jungen Erwachsenen aus Paris-Berlin, dass Kooperation nicht nur Gewinn für alle Beteiligten bringen kann, sondern, dass sie auch gut schmeckt.
Um es mit Worten, geschrieben auf Brot, noch mal zusammenzufassen, ist die Deutsch-Französische Verständigung auch in diesem Jahr gelungen:

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(A.B.)

 

Wie geht´s – wie steht´s?

Wie geht´s – wie steht´s?

Das wollten wir auf der Zwischenveranstaltung der Innovationsprojekte im Herbst 2015 von den Projekten wissen.
Was hat sich bisher so getan? Was steht bis Ende des Jahres 2016 noch so an?
Wurden die gesteckten Ziele erreicht?
Einen kurzen Einblick auf all diese Fragen haben uns folgende Projektpartner gegeben:
Katharina Teiting (ewoca³(+) – for everyone!)
Dagmar Schmidt (Zwischen Welten Lernen) und
Ralph Meisel (Im Ausland unterwegs – meine Talente entdecken!)

Vielen Dank dafür!



Rück- und Ausblick des Berliner Jugend Forums 2015

Rück- und Ausblick des Berliner Jugend Forums 2015

Diesen Monat fand das Berliner Jugend Forum im Abgeordnetenhaus statt. Einen ganzen Tag hatten wir, die beteiligungsaffinen Jugendlichen aus Berlin, die Chance das aktuelle Meinungsbild der Jugend abzubilden, Veränderung anzustoßen und auf kreative Weise politische und soziale Themen, die uns am Herzen liegen, zu präsentieren. Wir hatten außerdem die Möglichkeit dabei andere junge Menschen mit zunehmen und mit unserer Begeisterung anzustecken.

Mit einem weiteren FÖJler, Lucas Niño, gestaltete ich die Themeninsel: „Faire (Um-)Welt!?“. Kapitaslismuskritisch und Sumak Kawsay-Tastisch ließen wir uns im Südflügel des Abgeordnetenhauses nieder. Viel Unterstützung bekamen wir von der quirligen Berliner Nachhaltigkeitsszene und Politikern, wie Dr. Ing. Guido Brendgens und Dr. Turgut Altug. Dabei erfuhren vier markante Bereiche des Lebens eine Überprüfung auf Postwachstum.

Lifestyle und Konsum? – Neudefinierung des Luxus-Strebens & Up-cycling!

Karriere und Business? – Bedingungsloses Grundeinkommen & Gewinnabwurf an soziale Projekte im Kiez!

Stadtentwicklungspolitik? – Faire, grüne und dezentrale Städte!

Ernährung? – Containern entkriminaliesieren & Verbot von unnötigen Plastikverpackungen für Lebensmittel!

Die Forderungen, so alternativ sie heute leider noch erscheinen mögen, entstanden bei intensiven Diskussionen zwischen den Teilnehmern des Berliner jugend Forums, Experten und Politikern. Währenddessen lernte ich, was es bedeutet die Verantwortung für ein so großes Projekt zu übernehmen. Ich bekam Einblicke hinter die stressigen Kulissen und ziehe deswegen meinen Hut vor den HauptorganisatorInnen. Chapeau an dieser Stelle, an Kristin Horn, Fabian Schrader, Tina Leskien und Clara Siller-Deselaers!

Mit welchen Maßstäben lässt sich das Leben jenseits 2015 messen?

Dieser und weiteren Fragen widmeten wir uns bei der Themeninsel „Faire(Um-)Welt!?“. Im Rahmen bedeutender UN-Konferenzen, die in Addis Abeba, New York und Paris stattfanden, nahm man sich ebenfalls dem Themenschwerpunkt 15+ an. Eine Handreichung dafür könnten die in New York aktualiesierten  Millennium Development Goals (MDG) sein…Ausgehend von der Forderung eines Teilnehmers, ein Museum des Kapitalismus zu erbauen (Berliner Jugend Forum, Faire Um-Welt, Lifestyle&Konsum) muss ich kurz abschweifen….

Wäre der Bau sinnvoll?  Vielleicht um das Phänomen „Kapitalismus“ plastisch darzustellen? Um dann inspiriert und angewiedert zugleich ein neues „System“ zu entwickeln, dass nicht irgenwann einmal kollabiert und dabei die Gesundheit der Erde massiv verschlechtert….So wandle ich in Gedanken, entlang des kleinen Kapitalismusmuseum, entlang starrer Hierarchien, entlang der etablierten Luxusphilosophie, entlang der Vergangenheit. Ich frage mich ob die Menschen damals glücklich waren. Ich frage mich ob sich ihre Wünsche und Hoffnungen erfüllt haben, als sie so feierlich ihr Blut ließen und uns den Kapitalismus schenkten. Ob Massenproduktion, erhöhte CO2 Emissionen, Rohstoffknappheit, Verarmung und Verelendung von anderen Menschen in sogennanten Entwicklungsländern, ob das alles genauso gewollt wie gebilligt wurde?

Ich sehe das erste Auto – das Symbol der Mobilität. Ich sehe es anwachsen und an Geschwindigkeit zunehmen und ich sehe es Menschen töten. Ich sehe, wie es Brüder und Schwestern bekommt und ich sehe, wie es sich weiter vermehrt. Ich sehe den Gedanken des Komfort Einzug erhalten und integrierte Lippenstifthalter für die „moderne“ Frau. Ich sehe ehemaliges Waldgebiet, das weichen muss. Ich sehe große Schnellstraßen, Kreuzungen, Ampeln, die im Takt ihre Farbe ändern und Zebrastreifen. Weitere Gänge folgen im Kapitalismusmuseum, weitere Geschichten. Wachstum und Wandel. Hand in Hand. Doch zu welchem Preis? Jetzt verstauben Plastiktüten und Fast Food Angebote mit undefenierbarer Fleischherkunft, in den Regalen. Oder zumindest…bald…höre ich zu träumen auf.

Feedbackkultur oder Kulturproblem?

„Wer an ein exponentielles Wirtschaftswachstum glaubt, ist entweder verrückt oder Wirtschaftswissenschaftler.“

So hieß es in dem DVD-Trailer „Wachstum, was nun?“ (Regie: Marie-Monique Robin), welchen wir zu Beginn, des Inputvortrages unserer Themeninsel, zeigten. Als Einstieg und Bestandsaufnahme. Danach richteten wir unser Augenmerk auf die Staatsphilosophie Boliviens und auf das Land selbst, das sich 2009 eine neue Verfassung gab.

Unser Anspruch, bei der Durchführung der Themeninsel, lag nie bei einer alternativen Belehrung, sondern bei der Suche nach möglichen Alternativen der Umsetzung eines „Allgemeinwohles“, welches sich nicht auf Kosten der Natur niederschlägt. So offen wir auch an das Thema herangegenagen sind, so erfreut bin ich über die zustande gekommenen Ergebnisse. Niemand kann mehr die Augen davor verschließen, dass der Planet Erde endlich ist. Nun gilt es Strategien zu verinnerlichen, die, die Erde, wenn nicht retten, dann zumindest den gröbsten Schaden vermeiden lassen.

Viele der Teilnehmenden kritisierten das vorherrschende „Kulturproblem“. Darunter verstanden sie vor allem die Gier nach mehr, das schneller, höher, weiter und den Egoismus der Individuuen, welche eben nicht: global zu denken und dann regional zu handeln, vermögen. Außerdem geriet das verzinste Geldsystem unter Beschuss: die Teilnehmenden sehen auch hier die Chance sich der Feedbackkulter zuwenden zu können, als Wertschätzung der Arbeitsleistung, anstatt einer Entlohnung durch Besoldung. In Ambivalenz dazu war ihnen dennoch eine gerechte Entlohnung wichtig. Doch was erscheint in einer Postwachstumsgesellschaft als gerecht?

Auch hier bemühten wir uns um eine Annäherung: bei dem Thementisch Stadtentwicklungspolitik stellte man das Bild der Stadt im Jahre 2035+ nach. Demnach wäre gerecht, fair oder wünschenswert für die Stadtbevölkerung 2035+, dass zum Beispiel bei der Bauplanung mehr „grüne“ Dächer angelegt werden, urban Farming verstärkt gefördert, der Fahrrad-Verkehr weiter ausgebaut oder, dass Energie nur noch durch Wind und Solarkraft gewonnen wird. Diskutiert wurde auch die Erhebung einer Kerosinsteuer als Push-Faktor für unkotrollierten Städtetourismus. Generell waren sich jedoch alle einig, dass ebenso mehr freie Grünflächen exestieren sollten, wie preiswerter Wohnraum.

Zusammenfassend lasse ich Bertolt Brecht zu Wort kommen:

„Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!“

Wie wäre es also, wenn man das Leben jenseits 2015 nicht mehr anhand des BIP misst? Findet es heraus – ich lade euch dazu ein.

(A.B.)