Wenn Freundschaft durch den Magen geht: spécialités à la cuisine franco-allemand

Wenn Freundschaft durch den Magen geht: spécialités à la cuisine franco-allemand

Was haben Gelassenheit, süß duftende Luft und Mehl gemeinsam? Richtig, sie beschreiben den ersten Eindruck, den ich, zusammen mit meinem Fotograf Nicolas Schaelicke, erhalten habe. Während ich die übriggebliebenen Französischkenntnisse aus der verstrichenen Schulzeit zusammenklaubte, beendeten, die Teilnehmenden des Bäcker- und Konditorenaustausches, ihre Kreationen. Was dabei herauskam und welche Rolle dabei die Liebe gespielt hat, das wurde auf der Internationalen Grünen Woche, am Samstag, den 16. Januar 2016, in Berlin präsentiert.

Wem Bäcker- und Konditorenaustausch kein Begriff ist, dem helfe ich nun auf die Spur. Das besagte Austauschprogramm erfolgt auf eine Initiative des Centre Français de Berlin und der Handwerkskammer Berlin in Zusammenarbeit mit den Berliner Bäckerei- und KonditorenInnen sowie der Pariser Fachschule Campus93. Gefördert wird das Prjokt vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, Land Berlin und dem Innovationsfond des BMFSFJ.
In zwei Begegnungen von je einer Woche entwickelten die Lehrlinge aus Paris und Berlin insgesamt zehn neue Kreationen. Jeweils fünf Bäckerei-Produkte und fünf weitere Konditoren-Produkte. Die Namen der Produkte wiesen eine breite Palette an Kreativität auf, die sich ebenfalls in den erlesenen und durchaus unterschiedlichen Geschmacksrichtungen vorfinden ließ. So starrte ich schon gierig, der Speichel füllte meine Mundwinkel, auf die „Geschmacksexplosion“ oder auf die „Staatensonne“, während Moderator Marco Seiffert fröhlich die Fachjury vorstellte: Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, Dr. Markus Ingenlath, Generalsekretär des Deutsch-Französischen-Jugendwerks (DFJW), Gabriele Kockrow, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Abteilung III, Jugend und Familie, Landesjugendring, Joachim Soltmann, Obermeister der KonditorInnen Berlin, Konditormeister & Inhaber Café „Lebensart“ und Holger Schüren, erster Brandenburger Brot-Sommelier, Bäckermeister & Inhaber „Ihre kleine Backstube“, durften zuerst an den „Speck“ ran.
Zur Bewertung der Kreationen kann ich kaum etwas ergänzen, außer, dass das Publikum, welches geduldig mit mir wartete, ebenfalls zum Genießen und Schmatzen eingeladen wurde. ALLE entwickelten Produkte wurden an die Zuhörer, in mundgerechten Häppchen, serviert. Wer immer noch nicht der Liebe auf dem ersten Blick traut, der hat noch nie die „Liebe liegt auf dem Feld“ probiert – einen romantisch, mit Kuhflecken übersäten Hügel auf einer ebenfalls essbaren grünen Wiese. Ja, so etwas gibt es nun, dank der fleißigen Bäcker- und Konditorenauszubildenen aus Paris und Berlin.

„Verlierer sind hier sowieso nicht dabei!“ – J. Soltmann (Oberbäckermeister)

Trotzdem verlangte die Präsentation auf der IGW nach zwei Gewinner-Teams, das waren dann, auf der Bäckerei-Seite, „Feullieté Brioche à la pistache“ (Plunderbrioche mit Pistazien) und, auf der Konditoren-Seite, „Explosion de sauvers“ (Geschmacksexplosion).

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Bild 2 & 4 (von links oben, im Uhrzeigersinn) zeigen die Gewinnerbeiträge.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir wünschen, dass diese herrlichen Köstlichkeiten Einzug halten, in unsere hiesigen Backstuben. Schließlich bewiesen die jungen Erwachsenen aus Paris-Berlin, dass Kooperation nicht nur Gewinn für alle Beteiligten bringen kann, sondern, dass sie auch gut schmeckt.
Um es mit Worten, geschrieben auf Brot, noch mal zusammenzufassen, ist die Deutsch-Französische Verständigung auch in diesem Jahr gelungen:

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(A.B.)

 

Wie geht´s – wie steht´s?

Wie geht´s – wie steht´s?

Das wollten wir auf der Zwischenveranstaltung der Innovationsprojekte im Herbst 2015 von den Projekten wissen.
Was hat sich bisher so getan? Was steht bis Ende des Jahres 2016 noch so an?
Wurden die gesteckten Ziele erreicht?
Einen kurzen Einblick auf all diese Fragen haben uns folgende Projektpartner gegeben:
Katharina Teiting (ewoca³(+) – for everyone!)
Dagmar Schmidt (Zwischen Welten Lernen) und
Ralph Meisel (Im Ausland unterwegs – meine Talente entdecken!)

Vielen Dank dafür!



Rück- und Ausblick des Berliner Jugend Forums 2015

Rück- und Ausblick des Berliner Jugend Forums 2015

Diesen Monat fand das Berliner Jugend Forum im Abgeordnetenhaus statt. Einen ganzen Tag hatten wir, die beteiligungsaffinen Jugendlichen aus Berlin, die Chance das aktuelle Meinungsbild der Jugend abzubilden, Veränderung anzustoßen und auf kreative Weise politische und soziale Themen, die uns am Herzen liegen, zu präsentieren. Wir hatten außerdem die Möglichkeit dabei andere junge Menschen mit zunehmen und mit unserer Begeisterung anzustecken.

Mit einem weiteren FÖJler, Lucas Niño, gestaltete ich die Themeninsel: „Faire (Um-)Welt!?“. Kapitaslismuskritisch und Sumak Kawsay-Tastisch ließen wir uns im Südflügel des Abgeordnetenhauses nieder. Viel Unterstützung bekamen wir von der quirligen Berliner Nachhaltigkeitsszene und Politikern, wie Dr. Ing. Guido Brendgens und Dr. Turgut Altug. Dabei erfuhren vier markante Bereiche des Lebens eine Überprüfung auf Postwachstum.

Lifestyle und Konsum? – Neudefinierung des Luxus-Strebens & Up-cycling!

Karriere und Business? – Bedingungsloses Grundeinkommen & Gewinnabwurf an soziale Projekte im Kiez!

Stadtentwicklungspolitik? – Faire, grüne und dezentrale Städte!

Ernährung? – Containern entkriminaliesieren & Verbot von unnötigen Plastikverpackungen für Lebensmittel!

Die Forderungen, so alternativ sie heute leider noch erscheinen mögen, entstanden bei intensiven Diskussionen zwischen den Teilnehmern des Berliner jugend Forums, Experten und Politikern. Währenddessen lernte ich, was es bedeutet die Verantwortung für ein so großes Projekt zu übernehmen. Ich bekam Einblicke hinter die stressigen Kulissen und ziehe deswegen meinen Hut vor den HauptorganisatorInnen. Chapeau an dieser Stelle, an Kristin Horn, Fabian Schrader, Tina Leskien und Clara Siller-Deselaers!

Mit welchen Maßstäben lässt sich das Leben jenseits 2015 messen?

Dieser und weiteren Fragen widmeten wir uns bei der Themeninsel „Faire(Um-)Welt!?“. Im Rahmen bedeutender UN-Konferenzen, die in Addis Abeba, New York und Paris stattfanden, nahm man sich ebenfalls dem Themenschwerpunkt 15+ an. Eine Handreichung dafür könnten die in New York aktualiesierten  Millennium Development Goals (MDG) sein…Ausgehend von der Forderung eines Teilnehmers, ein Museum des Kapitalismus zu erbauen (Berliner Jugend Forum, Faire Um-Welt, Lifestyle&Konsum) muss ich kurz abschweifen….

Wäre der Bau sinnvoll?  Vielleicht um das Phänomen „Kapitalismus“ plastisch darzustellen? Um dann inspiriert und angewiedert zugleich ein neues „System“ zu entwickeln, dass nicht irgenwann einmal kollabiert und dabei die Gesundheit der Erde massiv verschlechtert….So wandle ich in Gedanken, entlang des kleinen Kapitalismusmuseum, entlang starrer Hierarchien, entlang der etablierten Luxusphilosophie, entlang der Vergangenheit. Ich frage mich ob die Menschen damals glücklich waren. Ich frage mich ob sich ihre Wünsche und Hoffnungen erfüllt haben, als sie so feierlich ihr Blut ließen und uns den Kapitalismus schenkten. Ob Massenproduktion, erhöhte CO2 Emissionen, Rohstoffknappheit, Verarmung und Verelendung von anderen Menschen in sogennanten Entwicklungsländern, ob das alles genauso gewollt wie gebilligt wurde?

Ich sehe das erste Auto – das Symbol der Mobilität. Ich sehe es anwachsen und an Geschwindigkeit zunehmen und ich sehe es Menschen töten. Ich sehe, wie es Brüder und Schwestern bekommt und ich sehe, wie es sich weiter vermehrt. Ich sehe den Gedanken des Komfort Einzug erhalten und integrierte Lippenstifthalter für die „moderne“ Frau. Ich sehe ehemaliges Waldgebiet, das weichen muss. Ich sehe große Schnellstraßen, Kreuzungen, Ampeln, die im Takt ihre Farbe ändern und Zebrastreifen. Weitere Gänge folgen im Kapitalismusmuseum, weitere Geschichten. Wachstum und Wandel. Hand in Hand. Doch zu welchem Preis? Jetzt verstauben Plastiktüten und Fast Food Angebote mit undefenierbarer Fleischherkunft, in den Regalen. Oder zumindest…bald…höre ich zu träumen auf.

Feedbackkultur oder Kulturproblem?

„Wer an ein exponentielles Wirtschaftswachstum glaubt, ist entweder verrückt oder Wirtschaftswissenschaftler.“

So hieß es in dem DVD-Trailer „Wachstum, was nun?“ (Regie: Marie-Monique Robin), welchen wir zu Beginn, des Inputvortrages unserer Themeninsel, zeigten. Als Einstieg und Bestandsaufnahme. Danach richteten wir unser Augenmerk auf die Staatsphilosophie Boliviens und auf das Land selbst, das sich 2009 eine neue Verfassung gab.

Unser Anspruch, bei der Durchführung der Themeninsel, lag nie bei einer alternativen Belehrung, sondern bei der Suche nach möglichen Alternativen der Umsetzung eines „Allgemeinwohles“, welches sich nicht auf Kosten der Natur niederschlägt. So offen wir auch an das Thema herangegenagen sind, so erfreut bin ich über die zustande gekommenen Ergebnisse. Niemand kann mehr die Augen davor verschließen, dass der Planet Erde endlich ist. Nun gilt es Strategien zu verinnerlichen, die, die Erde, wenn nicht retten, dann zumindest den gröbsten Schaden vermeiden lassen.

Viele der Teilnehmenden kritisierten das vorherrschende „Kulturproblem“. Darunter verstanden sie vor allem die Gier nach mehr, das schneller, höher, weiter und den Egoismus der Individuuen, welche eben nicht: global zu denken und dann regional zu handeln, vermögen. Außerdem geriet das verzinste Geldsystem unter Beschuss: die Teilnehmenden sehen auch hier die Chance sich der Feedbackkulter zuwenden zu können, als Wertschätzung der Arbeitsleistung, anstatt einer Entlohnung durch Besoldung. In Ambivalenz dazu war ihnen dennoch eine gerechte Entlohnung wichtig. Doch was erscheint in einer Postwachstumsgesellschaft als gerecht?

Auch hier bemühten wir uns um eine Annäherung: bei dem Thementisch Stadtentwicklungspolitik stellte man das Bild der Stadt im Jahre 2035+ nach. Demnach wäre gerecht, fair oder wünschenswert für die Stadtbevölkerung 2035+, dass zum Beispiel bei der Bauplanung mehr „grüne“ Dächer angelegt werden, urban Farming verstärkt gefördert, der Fahrrad-Verkehr weiter ausgebaut oder, dass Energie nur noch durch Wind und Solarkraft gewonnen wird. Diskutiert wurde auch die Erhebung einer Kerosinsteuer als Push-Faktor für unkotrollierten Städtetourismus. Generell waren sich jedoch alle einig, dass ebenso mehr freie Grünflächen exestieren sollten, wie preiswerter Wohnraum.

Zusammenfassend lasse ich Bertolt Brecht zu Wort kommen:

„Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!“

Wie wäre es also, wenn man das Leben jenseits 2015 nicht mehr anhand des BIP misst? Findet es heraus – ich lade euch dazu ein.

(A.B.)

Ewoca³(+) – for everyone!  im Landtag Brandenburg

Ewoca³(+) – for everyone! im Landtag Brandenburg

Sie alle haben es geschafft! Sie haben sich der sogenannten Reifeprüfung unterzogen.

Nein, damit ist sicherlich nicht die allgemeine Hochschulreife gemeint! Die jungen Menschen im Alter von 14 bis 18 Jahren sind TeilnehmerInnen des Ewoca³(+)-for everyone-Programmes und haben in diesem Jahr an interkulturellen Workcamps teilgenommen.

Im Rahmen des Programmes reisten die Jugendlichen, die selbst aus mehreren verschiedenen Bundesgebieten kamen, um die Welt. Sie gingen einen „interkulturellen Austausch“ ein: Sie schlossen Freundschaften, bei manch einem von ihnen bahnte sich eine Liebelei an und wieder andere pflegten ihren neuen Bekanntenkreis, indem sie sich unabhängig vom Programm weiter trafen. Sie wurden konfrontiert mit ihren eigenen Vorurteilen, ebenso reflektierten sie diese. Kurz: Die Jungen und Mädchen wurden sensibilisiert für humanitäre Solidarität, indem sie sich vor Ort engagierten und aktiv Projekte umsetzten. Dies alles unabhängig von
Länder-, Kultur- und Gesellschaftsgrenzen! Zusätzlich verbesserten die meisten ihre Fremdsprachenkenntnisse oder erweiterten diese um neue. Die Wenigsten ahnten die Tragweite ihrer Teilnahme zuvor.

Der Tag vor dem Showdown:Ewoca³(+) – Auswertung

Auf dem Weg zum genannten Treffpunkt kam ich zwar zu spät, traf aber noch zwei nette Mädels aus dem Ewoca³(+)-for everyone-Programm an. Diese erzählten mir bereits auf dem Weg zur Projekt- und Begegnungsstätte, dass sie traurig darüber wären, dass das Programm für sie schon zu Ende gehe…

Endlich angekommen, sah ich mich mit lauter „Glückspilzen“ konfrontiert.

So wird nämlich jemand bezeichnet, der es schafft um eine andere Person drei Mal im Kreis herum zu laufen – ein Aufwärmspiel. Anschließend berichteten die Jugendlichen mit gleichem Eifer von ihren Erfahrungen bei den Workcamps. Zum Beispiel Tommy, der sich kaputt zulachen schien, weil sein bester Kumpel in Spanien von den Mücken qualvoll im Gesicht und besonders an den Lippen zerstochen wurde. Oder Lisa, die ihren neuen festen Freund aus Bosnien, gleich mitgenommen hatte, weil sie sich nie mehr von ihm trennen wollte.
Zwischendurch träumten wir uns in das immer mehr Formen bekommende Wikingerschiff hinein oder versuchten ihm kreative Namen zu verpassen: Klaus, Olaf, Das Schiff und keine Ahnung. Ausdiskutieren konnten wir die Namenswahl nicht, da es schon bald an die Plakatvorbereitungen für den nächsten Tag und die damit verbundene Präsentation der Projekte ging. Abgeschlossen wurde der Sonntagabend beim gemeinsamen Bowlingspiel.

Ewoca³(+) im Brandenburger Landtag – eine ganz besondere Einladung
Am Montag, den 2.Nov 2015, durfte ich mich weiterhin von der sprühenden Begeisterung und Unbefangenheit der Truppe überzeugen, denn trotz hoher Persönlichkeiten, die bei der Fachtagung anwesend waren, ließen sich die Jugendlichen nicht davon abhalten, den Landtag Brandburg mit ihrem „Geist“ zu füllen. So wurde hin und wieder gekichert, in den Gängen gespielt und auf Smartphones rumgetippt. Selbst der Plenarsaal wurde zur kreativen Bühne umfunktioniert und mit selbstgebastelten Projekt-Plakaten verschönert. Wie selbstverständlich infizierten sie mich mit ihrem höchst ansteckenden Lächeln. Ich danke ihnen vielmals dafür!

„Wenn man nur an Bratkartoffeln gewöhnt ist, können einem zum Beispiel trotzdem auch Spaghetti schmecken.“

Die Worte von Matthias C. Tümpel, Vorstandsvorsitzender des IBB e.V., bei der Eröffnungsrede der Fachtagung im Landtag Brandenburg, ließen mich nicht mehr los…denn würde man diese nette Umschreibung weiter spinnen, könnte sie vielleicht so aussehen:
„Und wie es den Jugendlichen schmeckt! Serviert wird das Ewoca³(+)-Programm im dreijährigen Zyklus. Jedes Jahr eine andere Spezialität, zubereitet von Köchen des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk e.V. (IBB e.V.). Die vielen Gänge haben einiges gemeinsam: verdaut wird innerhalb von 2 Workcamps-Wochen. Die verwendeten Zutaten stammten vom Innovationsfond des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.“
…Wenn es so gut schmeckt wie alle sagen, dann freut man sich umso mehr auf eine Wiederholung, schließlich ist gutes Essen nicht nur von den Zutaten, den Köchen und den Kellnern abhängig, sondern vor allem von der Liebe und dem Fleiß, den man beim Zubereiten hineinsteckt und von der Gesellschaft in der man es einnimmt….ich zumindest plädiere dafür, dass das Menu in der ganzen Bundesrepublik Deutschland auf den Tisch kommt.
Appetit auf mehr, Appetit auf: Gemeinschaft.

A.B.

„Interkulturell und Spaß an sich!“ – ewoca³(+) in Potsdam

„Interkulturell und Spaß an sich!“ – ewoca³(+) in Potsdam

In Potsdam trafen sich einige TeilnehmerInnen der ewoca³(+) Workcamps. Was sie dort gemacht haben und von welchen Erlebnissen aus den Workcamps sie berichteten, könnt ihr im Beitrag der Jugendredaktion sehen.  Sie hat die Jugendlichen im Haus Hochlland getroffen und begleitet.

Ein Beitrag von Anne Hofmann, Mareen Brauer und Oliver Mattutat

 

Berlin!

Berlin!

Berlin – Wir fahren nach Berlin!

Elle und Anna, das Reporterdreamteam von innovativ international waren wieder einmal on Tour.
Wir beide waren bereits bei der Auftaktveranstaltung der Innovationsfondprojekte in Bonn dabei. 

Und es war uns eine Freude, jetzt zur Zwischenveranstaltung der Innovationsfondprojekte im Centre Français de Berlin, anwesend sein zu dürfen.
Dieses Mal sind wir nicht mit dem Zug, sondern mit dem schnellsten Ford Fiesta Bayerns durch die halbe Republik gekurvt. Fast pünktlich sind wir dann an einem wunderschön sonnigen Herbstmittag am 17. September in die Vorstellungsrunde der ProjektleiterInnen geplatzt…
Die erste Herausforderung nach dem Anfangsbuchstaben unseres Vornamen zu sortieren, haben wir meisterhaft bestanden. ;9
Aber eigentlich sind wir natürlich nicht deswegen nach Berlin gefahren!

Unsere Mission: ProjektleiterInnen interviewen, Kontakte knüpfen, Projektarbeitsstände mitteilen, und evt. mögliche Vor-Ort-Besuche direkt abklären. Ausgestattet mit Ipad und Mikrophon haben wir unsere ProjektleiterInnen buchstäblich “auf die Coach gesetzt”, dazu könnt ihr später mehr sehen.
Wie bei der Auftaktveranstaltung fühlten wir uns manchmal sprachlich und auch inhaltlich etwas überfordert, die Fremdwörterquote und Fachthemen, waren doch unglaublich hoch! Oder habt ihr schon mal was von Qualifizierungsmaßnahmen in erster und zweiter Phase gehört?
In den kleinen Gesprächskreisen hatten wir aber die Möglichkeit uns mit ProjektleiterInnen zu unterhalten und ein bisschen konkreter nachzuhaken.

Nach diesem inhaltlich gut gefüllten Tag und einem sehr leckeren französischen Abendessen ging es in die letzte Runde des Tages:

Der Vorstellung unseres Projektes “innovativ international”! Mit übervollem Bauch und so spät am Abend, war das gar nicht so einfach. Nachdem Stephanie Pickl von mediale pfade  einen kurzen Überblick über das Projekt und einen Blick in die Zukunft gewagt hat, hieß es für Anna und mich noch ein letztes Mal konzentrieren und unser Projekt gut darstellen.

 

Wir freuen uns auf coole neue Vor-Ort-Termine! Und wünschen den Projektpartnern einen guten Start in den Herbst!

 

Handeln für eine Jugendgerechte Gesellschaft

Handeln für eine Jugendgerechte Gesellschaft

6:15 Uhr in Dresden am Donnerstag den 15. Juli 2015.
Nein, außnahmsweise nicht für die Schule!
Die Dresdner Redaktion machte sich zu dieser frühen Stunde auf nach Berlin.
Denn hier stellte Familienministerin Manuela Schwesig im Berliner Presseclub die neue Agenda der Jugendpolitik vor.
In vielen Vorträgen, Workshops, Ständen und Interviews haben wir uns ausführlich informiert.
Zwei der insgesamt dreizehn Innvationsfondprojekte waren ebenfalls vor Ort:
Florian Fangmann (Werbekampagne für die Partizipation jugendlicher mit erhöhtem Förderbedarf) und Johannes Bergunder (Learning Badgets)

Wir wünschen gute Unterhaltung:

for everyone, jetzt auch fürs Netz! – ewoca³(+)

for everyone, jetzt auch fürs Netz! – ewoca³(+)

Das Förderprojekt für Jugendeinrichtungen ewoca³(+) hat mittlerweile einen neuen Internetauftritt! Auf der Seite findet man neuste Informationen rund um die Workcamps, Partner der Organisation und vieles mehr. Ewoca³(+) teilt sich die Website mit dem ursprünglichen Projekt ewoca³. Das (+) im Namen soll nicht verwirren, sondern nur zeigen, dass ewoca³ im Zuge der Innovationsfond ausgebaut wurde und nun auch Jugendliche und Jugendeinrichtungen in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Thüringen für internationale Jugendarbeit motiviert und unterstützt.

Aber nicht nur an der Website wird fleißig gearbeitet, denn bald geht es schon los mit dem ersten Workcamp (16.07.2015 – 29.07.2015 in Neuruppin). Hoffentlich kriegt das Projekt durch die neue Website noch mehr Aufmerksamkeit. Wir wünschen dem Team und den Jugendlichen viel Spaß bei der Arbeit, ein gutes Gelingen und freuen uns wenn wir neues hören!

Hier geht es zur Website

 

 

Alle Schienen führen nach Hamm – Hanse Suit Case Theatre

Alle Schienen führen nach Hamm – Hanse Suit Case Theatre

Wir sind heute unterwegs in das beschauliche Städtchen Hamm um unser erstes Projekt zu besuchen. Oder besser gesagt, wir würden gerne nach Hamm, Deutsche Bahn, bitte!
Züge sind super! Man kann sich eigentlich keine entspanntere Reise-Möglichkeit für kurze Strecken vorstellen. Relativ preiswert, man muss nicht selber fahren und man ist meist schneller als mit anderen Verkehrsmitteln, was will man mehr? Doch einen entscheidenden Nachteil haben diese rollenden Blech-Container. Schienen. Jeder Zug braucht Schienen. Schienen altern und müssen ausgetauscht werden. Optimal natürlich genau dann, wenn man das erste Mal mit dem Zug ins idyllische Städtchen Hamm fahren möchte. Nun gut, muss man halt mit leben. Wurde schließlich früh genug angekündigt und es gibt ja zum Glück Schienenersatzverkehr. Ok gut, dann bleiben wir ganz ruhig und nehmen die Möglichkeit dankend an. Doch gefühlt haben Petrus und Rüdiger Grube (Vorstandsvorsitzender DB) sich gedacht: Hey, ist doch eh schon viel zu einfach. Wie wär es mal mit nem Sturm, dann können wir auch mal nen Tag frei machen. Klingt doch super! Naja, Glück im Unglück. Während irgendwelche Weltenbummler im Hammer Beton-Bunker aka Hauptbahnhof stranden und ihre Probleme dem WDR erzählen, fahren unsere Züge und der Schienenersatzverkehr nach Plan. Nun kann uns und dem Hanse Suitcase Theatre nichts mehr im Wege stehen!

Fröhlich werden wir am Bahnhof von Madjid, dem Leiter des Projektes, empfangen. Er gibt uns bei einer kleinen Wanderung durch Hamm einen Einblick wer und was das Hanse Suitcase Theatre überhaupt ist. Der Name sagt nämlich nicht alles, denn es ist nicht nur ein Theater, in dem Jugendliche zum Vergnügen schauspielerisches Können auf die Probe stellen, sondern vielmehr der Kickstarter in die große Berufswelt. Es stellt sich heraus, dass der Theater-Unterricht nur 1/3 der Zeit beansprucht. Die restliche Zeit verbringen die Jugendlichen im Englisch- oder Jobcoaching Unterricht (Dazu mehr im Video-Interview mit Madjid). Als wir dann schließlich an den Räumlichkeiten ankommen werden wir schon selbstbewusst von zwei Teilnehmerinnen begrüßt. Nach ersten kleinen Interviews ist auch schon das letzte bisschen Nervosität verschwunden. Wir zeigen der Gruppe technische Möglichkeiten für das Projekt und werfen schon mal einen ersten Blick auf diese Website, wo sie demnächst eventuell auch eigene Artikel veröffentlichen werden. Doch eine Frage steht für uns immer noch im Raum. Was macht ihr überhaupt für ein Theaterstück? So viel wollen die beiden uns noch nicht verraten, aber wir können schon einmal hier erste Infos geben: In dem Theaterstück wird es um das Thema – Original oder Kopie, was macht einen Menschen authentisch – gehen. Die Jugendlichen spielen jeweils Rollen, welche selber gestaltet wurden. Auch das Drehbuch und die Geschichte drumherum beruhen auf eigenen Ideen. Mehr werden wir dann am 24.06.2015 erfahren, wenn das Stück aufgeführt und von uns Live auf diesem Blog übertragen wird. Nach ersten Auftritten in Hamm geht es dann für die Jungen und Mädchen nach Lettland zu den internationalen Hanse Tagen, wo das Stück für die Partner-Gruppe vor Ort aufgeführt wird. Hierbei wird die Bedeutung der Hanse im Namen klar. Durch den Austausch können das neue Selbstvertrauen und die frisch trainierten Englisch-Kenntnisse eingesetzt werden, sodass es hoffentlich zu einem unvergesslichen Ereignis wird.

Der Tag neigt sich nun langsam dem Ende zu und wir schaffen es trotz der komischen Bahnverbindung irgendwie nach Hause. Wir hoffen für die Gruppe, dass bis zur Aufführung alles weiter so gut läuft und wünschen schon jetzt viel Glück für die Aufführung!

Innovationsfonds im Kinder- und Jugendplan des Bundes

Innovationsfonds im Kinder- und Jugendplan des Bundes

Am 29. Januar 2015 trafen sich Anhänger verschiedenster Organisationen in Bonn im Gustav Stresemann Institut, um dort an einer bundesweiten Fachkonferenz teilzunehmen. Das Thema hieß „Modelle und Strategien einer gelingenden Jugendbeteiligung“.
Um 10:30 begann dann der Tag nach kurzer Begrüßung mit einer darauf folgenden Podiumsdiskussion mit Rainer Wiebusch vom BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), so wie Jana Schröder von der AGJ (Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendliche) und Jasmin-Marei Christen vom DBJR (Deutscher Bundesjugendring). Nach kurzer Vorstellung der Diskussionsteilnehmer ging es schnell mit Konfliktthemen los, wie der ernsthaften Miteinbeziehung von Jugendlichen in der Politik und die daraus resultierende Gründung einer Jugendallianz. Das Thema löste auch auf Seiten der Zuhörer Diskussionsbedarf aus, der in den nachfolgenden Workshops gedeckt werden sollte.
Diese insgesamt fünf Workshops starteten um 13:00 Uhr. Neben den bereits vielen erwähnten Organisationen waren auch wir als Jugendonlineredaktion vertreten. Das ermöglichte es uns an dem Workshop teilzunehmen der sich mit dem Thema „Internationale Jugendarbeit“ beschäftigte. Passend zum Thema stellten wir unser Projekt vor. Neben dem unseren wurde jedoch auch noch das Projekt „Learning Badges“ von Johannes Bergunder vorgestellt, welches sich mit einem digitalen Belohnungssystem selbstausgebildeter Kompetenzen beschäftigt. Um noch mehr Aufklärung und Miteinbeziehung derjenigen Teilnehmer zu erreichen, die nicht oft mit ähnlichen Themen konfrontiert wurden, entstanden zwei Diskussionsgruppen, in denen die Teilnehmer untereinander verschiedene Gesichtspunkte der Chancen und Risiken für die Jugendpolitik sammelten. In einer Abschlussrunde wurden noch kurz die wichtigsten Punkte einer gelingenden Jugendbeteiligung zusammengefasst, wie etwa das notwendige Ernstnehmen der Jugendlichen und eine zu verbessernde Vernetzung der Jugendpolitik erwähnt.
Damit war der Tag auch für uns beendet und wir machten uns nach einem letztem Kaffee auf die Heimreise.
Insgesamt kann man sagen das sich die Anreise gelohnt hat. Wir haben Erfahrung im Bereich Jugendpolitik erlangt und die Bekanntschaft mit vielen kompetenten Fachkräften gemacht, die für das nötige Verständnis sorgten. Das Programm und die Location waren gut ausgesucht, sodass keiner vor Anstrengung umfiel oder das Interesse während den Diskussionsrunden verlor. Zwar wiederholten sich manche Aspekte innerhalb der Workshops, trugen aber umso mehr zum eigentlichen Ziel bei. Und das gute Essen sollte auch nicht unerwähnt bleiben.